Was können WIR tun? Unsere Antwort auf die aktuelle US-Politik

Es gibt einen sehr ernsten Grund für diesen Schritt.

Wir alle beobachten, wie die aktuelle US-Administration unter Trump die Weltordnung und das Klima gefährdet, den Weltfrieden aufs Spiel setzt und damit unsere gemeinsame Zukunft riskiert. Jede*r von uns fragt sich zu Recht: „Was kann ICH dagegen tun?“

Wir glauben, als Gastronomen in der Veranstaltungsbranche eine Antwort gefunden zu haben: Die Sprache des „Deal-Makers“ sind wirtschaftliche Konsequenzen.

Deshalb haben wir in der Columbiahalle und im Columbia Theater entschieden, ab sofort US-amerikanische Markenprodukte zu boykottieren und konsequent durch non-US- Alternativen zu ersetzen.

Warum wir diesen Weg gehen – und warum Ihr mitmachen solltet

  1. Boykott als einziger Hebel: Spätestens seit Davos wissen wir: Ökonomischer Druck ist der einzige Hebel, den dieser Präsident versteht. Dieser Druck entsteht jedoch nur, wenn möglichst Viele mitmachen.
  2. Gemeinsam Haltung zeigen statt Ohnmacht: Wir wissen, dass viele unserer Gäste nach konkreten Wegen suchen, um ihre Betroffenheit über die aktuelle Weltlage in wirksames Handeln zu verwandeln. „US-Waren-freie“ Kühlschränke und Tresen sind unser Beitrag: Ein sichtbares Statement, das nicht an der Bar enden muss, sondern als Impuls mit in den eigenen Alltag genommen werden kann. Wir bieten damit einen Raum, in dem Konsum bewusst und wertebasiert stattfindet.
  3. Die Welle rollt schon: Wir führen derzeit Gespräche mit Kolleg*innen in Berlin und bundesweit – die Begeisterung ist riesig. Das wird groß.
  4. Es ist machbar: Wir haben mit unseren Zulieferern Lösungen gefunden, die zeigen: Es geht! Die Umstellung der Lieferverträge ist Verhandlungssache und eine Frage des Willens aller Beteiligten.
  5. Mediale Aufmerksamkeit: Die Medien werden dieses Thema aufgreifen. Werder auch Ihr Teil der Bewegung, bevor die Frage „Was tut IHR eigentlich?“ von euren eigenen Gästen gestellt wird.

Wie lange dauert der Boykott?

Wir werden diesen Boykott so lange aufrechterhalten, bis im Weißen Haus wieder ein intelligenter, empathischer Mensch regiert, der die Weltordnung, den Frieden, die Menschlichkeit und das Klima achtet, statt alles zu zerstören. Sobald wieder eine menschliche, demokratieorientierte Regierung an der Macht ist, kehren die bekannten US- Marken zurück. Das konnten wir auch unseren Lieferanten versprechen.

Uns ist bewusst, dass dies kurzfristig Verhandlungen und Umstellungen bedeutet. Doch es gibt wichtigere Dinge als Mindereinnahmen und mögliche Mehrarbeit. Auch wenn eine einzelne Entscheidung klein wirken mag: Gemeinsam können wir eine Welle initiieren, die dort ankommt, wo es wehtut.

Häufige „Ja-Abers“

„Werden die Preise für mich als Gast dadurch teurer?“

Nein. Wir geben keine Mehrkosten an die Gäste weiter. Uns ist bewusst, dass die Umstellung kurzfristig höhere Einkaufspreise und zusätzlichen organisatorischen Aufwand bedeutet. Doch es gibt wichtigere Dinge als Mindereinnahmen und Mehrarbeit. Wenn das die konkrete Antwort ist, die wir als Gastronomen auf die aktuelle Weltlage geben können, dann nehmen wir diese Kosten und die Mehrarbeit gerne in Kauf. Für Euch ändert sich am Preis an der Bar also nichts – das Statement übernehmen wir komplett.

„Ist das jetzt ein dauerhafter Abschied?“

Nein, es ist eine Pause. Wir wollen die Marken nicht „bashen“. Sobald im Weißen Haus wieder ein intelligenter, empathischer Mensch regiert, der demokratische Grundwerte und internationale Abkommen achtet, kehren diese Produkte gerne wieder auf unsere Karten zurück.

„Ist das nicht ‚Germany First‘ oder ‚eurozentristisch‘?“

Absolut nicht. Wir streben keinen Nationalismus an, sondern europäische Solidarität. Es geht nicht um „Local First“ im Sinne von Abschottung, sondern um eine bewusste Entscheidung gegen ein autoritäres US-System. Wir fördern Produkte aus Demokratien, die den Weltfrieden und das Klima schützen wollen.

„Trifft das nicht die Falschen (die Firmen/Mitarbeitenden)?“

Ein Boykott trifft immer auch Strukturen. Aber: Stillstand unterstützt den Status Quo. Wir geben regionalen und europäischen Firmen den Vorzug, die unsere Werte teilen. Sobald die US-Regierung zu demokratischen Standards zurückkehrt, sind die Marken wieder willkommen.

„Was können die Getränke- Konzerne für Trump?“

Große US-Konzerne sind massive politische Player und Lobbyisten. Wirtschaftlicher Druck auf diese Riesen ist ein direkter Hebel, um Druck auf das politische System der USA auszuüben.

„Schadet ihr damit nicht US- Künstler*innen, die bei euch auftreten?“

Im Gegenteil. Wir bieten US-Künstler*innen eine Bühne in einem Umfeld, das ihre demokratischen Werte aktiv verteidigt. Wir boykottieren nicht die US- Kultur, sondern das US-Kapital, das ein antidemokratisches System stützt.

„Gehören die US- amerikanischen Künstler*innen nicht auch zum Sortiment?”

Nein. Wir unterscheiden strikt zwischen US-Kapital und US-Kultur. Viele Künstler*innen aus den USA sind selbst die lautesten Stimmen des Widerstands gegen die aktuelle Regierung. Wir boykottieren nicht die Menschen oder ihre Kunst, sondern die Milliarden-Konzerne, die das politische System stützen.

Aber: Wir achten bei unserem Booking sehr genau auf die politische Haltung. Wer aktiv die MAGA-Agenda oder menschenverachtende Hetze unterstützt (wie z. B. Kid Rock), findet bei uns keine Bühne.

„Auf der Bühne stehen doch auch z.B. Marshall-Amps und US-Instrumente.”

Richtig – wir machen keinen blinden Rundumschlag. Ein professioneller Konzertbetrieb ist auf spezialisiertes technisches Equipment angewiesen, für das es oft keine unmittelbare, gleichwertige europäische Alternative gibt. Ein Boykott, der unsere eigene Existenz gefährdet oder die Qualität der Shows zerstört, wäre ein Schuss ins eigene Knie. Wir konzentrieren uns auf große, austauschbare Konsumgüter (Getränke, Snacks). Hier können wir sofort handeln, ohne den Kulturbetrieb technisch lahmzulegen.

„Habt ihr keine Apple Computer im Büro?”

Doch, haben wir. Aber diese Geräte sind bereits bezahlt und funktionieren einwandfrei. Sie jetzt wegzuwerfen, wäre ökologisch und ökonomisch unsinnig. Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch, vorhandene Ressourcen aufzubrauchen.

Unser Versprechen: Sobald Neuanschaffungen anstehen, suchen wir aktiv nach nicht-US-amerikanischen Alternativen. Wir stoppen den neuen Geldfluss in das System, statt blind vorhandene Technik zu verschrotten.

„Ist das nicht nur Symbolpolitik?“

Nein. Deutschland ist ein massiver Absatzmarkt. Wenn Venues, Festivals und die Gastro bundesweit umschwenken, reden wir über Millionenbeträge. Das ist reale Ökonomie.

„Habt ihr keine langfristigen Verträge mit Getränke Lieferanten?”

Wir haben bewiesen: Es geht. Durch konstruktive Gespräche mit unseren schlauen Partner*innen konnten wir Alternativen finden.

„Wie seid Ihr aus den Lieferverträgen für Eure US-Waren raus gekommen?”

Kurz gesagt: Durch Haltung und das direkte Gespräch. Da jeder Venue individuelle Gastroverträge hat, gibt es keine Pauschallösung – jeder Betreiber*in muss hier selbst in die Verhandlung gehen. Unsere Erfahrung zeigt jedoch: Wer klar macht, dass es hier um fundamentale Werte geht, die schwerer wiegen als kurzfristige Einnahmen, stößt auf Verständnis.

Unsere Strategie in den Verhandlungen:

  1. Werte vor Marge: Wir haben unseren Lieferant*innen offen dargelegt, dass wir kein „Business as usual“ betreiben können, während die Weltordnung und das Klima aufs Spiel gesetzt werden. Vernünftige Partnerinnen verstehen, dass eine authentische Positionierung langfristig mehr wert ist als ein sturer Vertragspochen.
  2. Die Brücke bauen: Ein entscheidender Punkt war unsere Zusicherung, dass es sich nicht um eine dauerhafte Auslistung handelt. Wir haben klar kommuniziert: Wir pausieren die Zusammenarbeit mit US-Marken nur so lange, bis im Weißen Haus wieder ein intelligenter, empathischer Mensch regiert.

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Hintergrund: Was ist das „Project 2025“?

Hinter dem Namen „Project 2025“ verbirgt sich ein über 900-seitiges Manifest („Mandate for Leadership“), das von der ultrakonservativen Heritage Foundation und über 100 weiteren Organisationen erarbeitet wurde. Es ist kein bloßes Wahlprogramm, sondern eine detaillierte Anleitung zur radikalen Umgestaltung der USA unter Donald Trump.

Warum wir das als Gefahr für uns alle sehen:

  1. Abbau der Demokratie: Das Projekt sieht vor, zehntausende unabhängige Fachleute in US-Behörden durch loyale Gefolgsleute des Präsidenten zu ersetzen. Das Ziel: Die totale Kontrolle über Justiz, Ministerien und Geheimdienste.
  2. Klima-Sabotage: Das Papier fordert die Abschaffung von Klimaschutz-Behörden (wie der NOAA) und den massiven Ausbau fossiler Brennstoffe. In einer Zeit, in der wir jede Sekunde für das 1,5-Grad-Ziel kämpfen, ist das ein gezielter Angriff auf unsere globale Lebensgrundlage.
  3. Menschenrechte unter Beschuss: Geplant sind massive Einschränkungen von Frauenrechten, der Schutzräume für LGBTQIA*-Personen und die größte Deportationswelle der US-Geschichte unter Einsatz des Militärs im Inneren.
  4. Weltweite Instabilität: Der angestrebte Isolationismus und der Ausstieg aus internationalen Verträgen gefährden den Weltfrieden und die globale Sicherheit – auch hier in Europa.

Allgemeine/Weiterführende Infos: https://european-alternatives.eu/de